Samstag, 13. Juni 2015

Braucht die Seele einen Raum für Zeit für sich? Sie findet ihn ...



DER SUMPF
        von nadja schuhmacher








Braucht die Seele einen Raum für Zeit für sich?
Sie findet ihn im jähen Schreck der Finsternis.

Versunken in dem lauten Still von Sümpfen
die Dämmerung setzt ein und fernher rauscht das Meer
der Strand so nah, hier surren die Insekten
der Spaten lehnt an einer Grube Wand.

Mein Schweiß beginnt auch ohne euch zu jucken
ertrinkt im Moor, ihr Mücken, ihr Moskitos!
Was gäb ich für ein bisschen Wind und Frische
wie sehne ich den nächsten Tag herbei.


Wär nur die Nacht schon um, die Nacht von Schreck und Dunkel,
fänd nur die Seele aus dem Raum für Zeit hinaus
würd nur der Mond nicht derart höhnisch leuchten
ich wär für alle Zeit von allem Wunsch gefeit.

Bekäm ich nur die Schaufel satter in die Feuchte,
hätt nur die Sonne diesem Tag nie Licht geschenkt!
Könnt nur die Zeit das Leid in weite Zukunft rücken
und ich verhindern, was ich tat, mit diesem Wissen
wär das Geschehen dieses Morgens nie geschehen,
wenn nur ein Gott mein Flehen hört und Gnade hat.

Meine Gedanken kehrn im Rhythmus meiner Stiche
zurück zu Stichen, schwarzen Stichen dunkler Art
die All-Uhr eilt, jener Moment ist längst verstrichen
jener Moment, als ich dich um den Urlaub bat.


War das der Punkt, den ich nicht überschreiten durfte?
War dieser Wunsch des Schicksals falscher Pfad?
Im Flugzeug noch, auf unbequemen Sitzen
hat mich dein bittres Auge zornig angeklagt.

Das Bild am Strand, frühmorgens rotes Glühen
das Licht im Meer wie Blut, wie Blut mein Herz
nackt lagt ihr da, das Bellen fremder Hunde
mein Kommen habt ihr trotzdem nicht bemerkt.

Braucht die Seele einen Raum für Zeit für sich?
Sie findet ihn im jähen Schreck der Finsternis.

Versunken in dem lauten Still von Sümpfen
versunken ist das Lebenslicht in mir
und irgendwo hupt jemand an der Ampel
er ärgert sich
du ärgerst dich nie mehr.






 












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