Donnerstag, 23. Januar 2014

Wie der Indie-Buch-Blog in die Welt kam - meine Tipps für Bloganfänger



Seit 10 Monaten gibt es den Indie-Buch-Blog. Zeit für einen Rückblick.
Am Anfang stand die Idee, Nadjas und meine Bücher als Ebook herauszubringen, ohne Verlag. (Jahrelang als Übersetzerin zu miesen Konditionen von Verlagen geknechtet – Konditionen, die amazonCrossing mit einem eigenen Übersetzungsprogramm noch zu unterbieten versucht – hab ich die Nase voll von Verlagen: Knaur, Piper, Rowohlt, Kunstmann und wie sie alle heißen, die uns Übersetzer mit Seitenhonoraren abspeisen und den Großteil der Gewinne aus unserer Arbeit selbst einstreichen.
Schon immer war es mir eine schreckliche Vorstellung, mein Manuskript an zig Lektoren zu schicken ...

 bei denen es dann ungelesen herumliegt. Deshalb lieber selber schreiben, selber verlegen und – leider auch – selber werben.
Tja, eine glänzende Werbeidee war: Bücher von anderen Indie-Autoren besprechen, so interessierte Leser auf den Indie-Buch-Blog locken und sie dezent auf die eigenen Werke aufmerksam machen.
Das Schöne dabei waren die vielen Entdeckungen, die ich auf der Suche nach Büchern zum Rezensieren gemacht habe. So viel Kreativität, Einfallsreichtum, Witz und Engagement! Die tollen Bücher, die ich besprochen habe, waren es allein schon wert, diesen Blog zu starten. Und das ist auch mein Tipp für Blog-Anfänger: Schreib nach dem Motto von Meister Eckhart: Wenn diese Predigt niemand hätte hören wollen, hätte ich sie den Steinen gehalten.
Tatsächlich stellten sich auch Besucher auf dem Indie-Buch-Blog ein, und alles schien erfolgversprechend zu laufen.
Doch dann folgten zwei Rückschläge: Ein tiefes Finanzloch auf meinen Konto – denn Übersetzer werden durch Arbeit keineswegs reich  – und die Erkenntnis, dass der Verkauf von „Marwin der Faule“ stockte. Zwar hatten sich hunderte Leser das Buch über Kostenlos-Aktionen geholt, aber nur wenige waren bereit zu zahlen.
 Letzteres hat mir den Wind aus den Segeln genommen, und ersteres hat mich veranlasst, wie eine Besessene zu übersetzen, um das Finanzloch zu stopfen. Beides war schlecht für den Blog, der über den Sommer praktisch brach lag.
Irgendwo hab ich mal den Tipp gelesen: Egal was du machst (twittern, bloggen, facebooken or whatever), mach es mindestens ein halbes Jahr lang. Diese Regel hab ich anfangs nicht beherzigt, diesmal gedenke ich sie zu befolgen.
Wie auch immer, im Herbst hab ich am zweiten Teil von "Mission Alpha" weitergeschrieben und schließlich Mitte Dezember den ersten Teil herausgebracht – ganz unkompliziert über Bookrix, das inzwischen Ausgaben auf Thalia, Amazon, Googleplay und Itunes bereitstellt. Das von Jan entworfene Cover war mittlerweile verloren gegangen – digital durch Computerformatierung (ojemine), materiell durch Jans Umzug (möge es friedlich ruhen in einem Umzugskarton – oder in der Papiertonne). Nadjas Ersatzcover wird zwar gelegentlich als kinderbuchtauglich bezeichnet, aber die surreale Komponente gefällt mir – und es leuchtet!
Nadja lieferte nicht nur das Cover, sondern auch die Anregung, unsere nächsten Romane auf dem Blog als Serie herauszubringen. Das hab ich mit "Mission Alpha" umgehend getan, nicht zuletzt weil es mich zwingt, täglich auf dem Blog und bei Twitter präsent zu sein. Ganz bewusst schau ich mir die Verkaufszahlen nicht an (und am besten auch nicht mein Konto), damit nicht wieder der Wind in den Segeln abflaut.
So läuft es jetzt: (Fast) jeden Tag erscheinen zwei Seiten von „Mission Alpha“ als Serienroman. Und das war’s dann. Geplant wäre so vieles: Autoreninterviews, neue Rezensionen, ein Aufruf an die von mir „entdeckten“ Autoren und andere aufgeschlossene Blogger, Rezensionen zum Indie-Buch-Blog beizusteuern. Die Idee einer Autoren-Community, die gemeinsam ihre Bücher an die Leser bringt ... 

http://1001erfolgsgeheimnisse.com/2014/01/13/tipps-fuer-blog-anfaenger-blogparade/ 

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Bericht und ein interessanter Einblick in die Verlagswelt.

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  2. Danke für die aufmunternden Worte, Sebastian! Die Verlagswelt ist ein weites Feld. Traurig auch zu beobachten, wie manche Bücher zum Bestseller gepuscht werden - mit großzügigen Investitionen in die Werbung - und andere gute Bücher untergehen, wenn sie nicht zum Selbstläufer werden.

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