Dienstag, 10. Dezember 2013

Die Weberin der Magie - Fantasyroman von Niels Rudolph




Dichtende Trolle, trotzige Elfenmädchen, Orks, die für das Gute kämpfen – die Weberin der Magie hält einige Überraschungen für Fantasy-Leser bereit, die hier auf altbekannte, und doch ganz eigentümliche Fabelwesen treffen. Im Mittelpunkt steht ein junger Zauberer, der nun wirklich wenig Ahnung vom Zaubern hat, und noch weniger von der Welt ...
der seine Sehnsucht gilt …

Zum Inhalt:
Wulfhelm wurde von seinem wehrhaften Clan zu einem Zauberer in die Lehre gegeben, weil er zum Krieger nicht taugt, doch er muss sich mit ein paar kleinen Zaubersprüchen begnügen, die in Haus und Garten helfen, etwa beim Unkrautjäten oder beim Feuerschüren, denn sein Meister möchte sich keine Konkurrenz heranzüchten. Sein langweiliges Leben gerät aus den Fugen, als sein Meister tödlich verwundet von einem Ausflug heimkehrt und dem Jungen sterbend nur einen Auftrag mit auf den Weg gibt: „Finde das Zepter von Ardavil.“ Auch warnt er ihn vor der bösen Zauberin Yolanda. So beginnt Wulfhelms Heldenfahrt.
Unterwegs findet er eine Gefährtin – ähnlich wie er ein weißer Rabe – in der Kriegerin Harika, die sofort spürt, dass der Junge eine Beschützerin braucht. Bald gesellen sich noch der flüchtige Dieb Darius und die einfühlsame Elfe Alandra hinzu, und zuletzt Manon, Yolandas Diener wider Willen. Nach und nach sammeln sie immer mehr Hinweise auf den Verbleib des Zepters, und die Suche führt sie schließlich in die Berge des Todes bis an den Rand der Todesspalte. Dort angelangt stürzen schließlich alle fünf, gejagt von Yolandas Schergen, in die Schlucht, die als bodenlos gilt …

Mein Eindruck:
Verrisse gibt es auf meinem Blog nicht (und zwar weil ich nur Bücher lese, die ich mag). Aber ein Wort der Kritik will ich mal loswerden: Diese einfallsreiche, bunte, quirlige Geschichte wäre noch viel schöner zu lesen, wenn ein freundlicher Betaleser die Komma- und Rechtschreibfehler beseitigen würde. Und der Schluss ist furios, die Auflösung gelungen, aber dann geht mir alles ein bisschen zu schnell. Da hätte der Autor die eine oder andere Szene noch etwas mehr ausarbeiten können. Und die amüsante Schöpfungsgeschichte der Scherbenländer wäre wegen ihrer Länge ganz am Ende dieses ersten Bandes besser aufgehoben als am Anfang.
Das große Plus sind für mich die vielen originellen Einfälle und unerwarteten Wendungen, die diesen Ausflug in die Scherbenländer zu einem echten Leseerlebnis machen. Die seelischen Regungen der Personen lassen sich eher aus ihrem Verhalten erschließen, es gibt also keine große Gefühlsduselei, dafür umso mehr Ereignisse, Schauplätze und witzige Ideen.

Niels Rudolph, Die Weberin der Magie (Die Chroniken der Scherbenländer), 304 Seiten, 4,99 Euro. TB 14,99 Euro

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