Montag, 14. Oktober 2013

Geliebte Teufelin, ein Roman von Hans Bisplinghof



„Ich heiße Luzia, mit Z geschrieben, so wie bei Luzifer“, bekennt die rothaarige Schöne. Dass es teuflisch zugeht, sobald Luzia in sein Leben tritt, wird Cornelius Fischer, Romanheld und Verfasser des Bestsellers „Satan – wer?“, sehr bald klar. Jedenfalls kann er sich Luzias Reizen kaum entziehen – und zwar nicht nur weil sie einen bemerkenswert wandlungsfähigen Busen besitzt.
Denn Luzia lässt ihn nicht von der Angel, weil sie einen Auftrag ihrer „Firma“ zu erledigen hat. Und außerdem schließt sie den unbeholfenen Autor bald ins Herz, denn die Teufelin mag keine Machos.

Zum Inhalt
Cornelius Fischer hat einen Roman geschrieben, dessen Held sich mit dem Teufel beschäftigt und darüber (fast) den Verstand verliert. Ihm selbst ergeht es nicht viel besser, als er selbst zum Spielball von Engeln und Dämonen wird. Da hilft auch keine Flucht in sein Ferienhaus. Aus dem zunächst erhofften „Sexparadies mit einer Teufelin“ wird nichts, denn Cornelius und Luzia bekommen bald Besuch von Luzifer persönlich. Aber auch eine Delegation von ganz oben findet sich ein, und einige Spezialisten für Öffentlichkeitsarbeit. Im Mittelpunkt der Debatte steht das Projekt, eine selbstherrliche Menschheit wieder von der Existenz höherer Mächte zu überzeugen, um sie von ihren destruktiven Neigungen abzubringen. Luzifer, ein ziemlich kultivierter Herr, ist sich in diesem Punkt ganz einig mit dem Erzengel Uriel. Doch die schöne Idee bleibt vorerst im Planungsstadium, als Luzifers Gegenspieler Satan auftaucht und Luzia entführt, um seine eigenen finsteren Vorhaben zu realisieren ...


Mein Eindruck
Dieser amüsante Roman liefert eine neue Sicht auf alte Probleme. Luzia schildert ihr Teufelswerk zum Beispiel so: „Wir müssen die Drecksarbeit machen, sonst wäre die Welt schon längst untergegangen“. Und auf Cornelius Frage, ob ihre „Firma“ die Hölle sei, antwortet sie: „Die Hölle ist auf der Erde und ihr Menschen erschafft sie ständig neu ... Viren, Nervengase, geruchlose Flüssigkeiten, mit denen man alle möglichen Stoffe imprägnieren kann und bei deren Berührung jeder tot umfällt, Ihr Menschen habe eine echt irre Fantasie und Kreativität auf diesem Gebiet.“ Gesellschaftskritik in unterhaltsamer Lektüre verpackt gefällt mir immer. Noch dazu so gut geschrieben, dass mir ab und zu Zweifel kamen, ob es sich wirklich um einen Indie-Autor handelt. Dass Hans Bisplinghof „Sie“ als Anrede klein schreibt, hat mich dann doch überzeugt, dass dieses Buch auf ein Lektorat verzichten musste. So oder so hoffe ich auf einen zweiten Band. Denn die Menschheit wartet ja immer noch auf Beweise für die Existenz des Teufels.

Hans Bisplinghof, Geliebte Teufelin,

291 Seiten, 2,68 Euro

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