Sonntag, 31. März 2013

Ankommen – Eine Wintergeschichte von Finlay Weber


„Wenn das Leben schon lächerlich ist, wie lächerlich ist dann erst die Liebe?“, fragt der namenlose Ich-Erzähler in Finlay Webers „Wintergeschichte“. An einem Bahnhof – der junge Mann ist unterwegs zur Beerdigung seines Großvaters – begegnet er einer jungen Frau, die gerade verlassen wurde. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, in einträchtigem Schweigen  

durch die Kälte wandernd, bis beide durchgefroren sind. Offenbar will der junge Mann verhindern, dass Melody, das Mädchen, sich etwas antut. Deshalb verabredet er sich mit ihr auch zu einem zweiten Treffen. Er selbst ist ebenfalls am Ende seiner Illusionen angekommen, nachdem seine Freundin ihn nach vier Jahren verlassen hat: „Sie warf mich und unsere vier Jahre einfach weg …“
Eine anrührende Erzählung mit ein paar guten und weniger guten Tipps gegen seelisches Leiden, die Melody und der Ich-Erzähler gemeinsam ausprobieren, mit lyrischen Passagen, tiefen Gedanken zum Thema – in der Wirkung wie ein Blues-Stück oder auch die Winterreise von Schubert. Und zum Schluss, nach der großen Beschwörung der Hoffnungslosigkeit, doch noch einem Schuss Hoffnung.

Finlay Weber, Ankommen – Eine Wintergeschichte, ca. 33 Seiten, 1,29 Euro

http://tinyurl.com/o55vx9a


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