Samstag, 2. Februar 2013

Köterdämmerung – ein Roman von Alexander Günther



Warum haben sich Wölfe eigentlich den Menschen angeschlossen? Auf diese Frage gibt Alexander Günther in seinem Roman Köterdämmerung eine eher ungewöhnliche Antwort. Den ersten Hunden ging es keineswegs um ein paar Knochen oder Innereien, auch nicht um die Wärme des Lagerfeuers oder den Schutz der Höhle oder Hütte - nein, sie waren religiös motivierte Sinnsucher. Aber den Sinn haben sie noch nicht entdeckt, dafür allerhand früher unbekannte Probleme ... 
zum Beispiel den menschlichen Nachwuchs, Babys und Kleinkinder, kurz und böse Gagas genannt.

Zum Inhalt:
Auf einen solchen Gaga trifft Sancho, ein aufgeweckter, nicht gerade großer Mischling, im Stadtpark. Thorben, ein richtiger kleiner Sadist, nimmt Sancho  richtig in die Mangel, und am Ende regen sich die Erwachsenen auch noch auf, aber natürlich nicht über das Kind, sondern über den Hund.
Bei dieser Begegnung macht Sancho, Anführer der Wilden Promenade, eine aufwühlende Entdeckung: Der kleine Mensch beherrscht wie alle Gagas die universelle Sprache, kann sich also mit Tieren verständigen. Aber er hat auch schon angefangen, die Menschensprache zu lernen, ohne zuvor die universelle Sprache zu vergessen. Damit gehört er zu der seltenen Rasse der "sprechenden Menschen", und das verheißt nichts Gutes. Bald sieht sich Thorben von allen gejagt: Die Undomestizierte Natur (UN) ist ihm unter der Leitung eines wild gewordenen Eichhörnchens auf der Spur, verschiedene Hundehorden stellen ihm nach und sogar seine Mit-Gagas wollen ihm an den Kragen. Aber es gibt für ihn einen Hoffnungsschimmer am Horizont ...

Meine Meinung
Köterdämmerung ist für mich als "ständige Begleiterin" eines Labradors eine super Lektüre. Aber nicht nur Hundefreunde werden sich über dieses skurrile Abenteuer amüsieren. Denn es ist nicht nur witzig und spannend, sondern immer wieder mit philosophischen Abschweifungen aufgelockert. Auch die Tiere nehmen zu den großen Lebensfragen unterschiedlich Stellung. So führen die Wölfe im Winter "oft wochenlange Debatten über die Sinnlosigkeit des Seins und die Überlegenheit des wölfischen Intellekts", um dann in einem gemeinsamen Chor "das Weltall und das gesamte nutzlose Universum zu verhöhnen". Ein unterhaltsames Buch - nicht nur für Hundefreunde.

Alexander Günther, Köterdämmerung, ca. 216 Seiten, 0,89 Euro
http://tinyurl.com/qjnkmo6 

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