Dienstag, 19. Februar 2013

Dilettanten müssen sterben!



"Dilettanten müssen sterben" – dieser Satz in einem anonymen Brief sorgt für Unruhe im Dasein von Sigbert Kruse, erfolgreicher Autor von Grusel- und Vampirromanen, der nun um sein Leben fürchtet. In seiner Not wendet er sich an seinen einzigen Vertrauten Max, ebenfalls Schriftsteller, dessen Roman Der süße Schmerz der Melancholie jedoch kaum Käufer findet und dem eine Leserin bescheinigt, er habe "bei ihr einen Rückfall in die Depression bewirkt" ...



Der Ich-Erzähler Max, Freund und Konkurrent Kruses, begibt sich auf die Suche nach dem Urheber des Drohbriefs. Welcher Neider missgönnt dem Bestsellerautor den Ruhm – und alle Annehmlichkeiten, die damit einhergehen? Etwa die anderen Indie-Autoren, mit denen er sich zum wöchentlichen Austausch trifft? Seine sitzengelassene Exfreundin? Oder womöglich ein "Leser, der sich wie unter einer selbstauferlegten Folter durch einen Kruse-Roman gequält und danach beschlossen hatte, nun zum Ausgleich den Autor zu quälen"?

Mit seiner bösen Satire nimmt der Verfasser Roman Schrott – hier ist das Pseudonym wohl Programm – die Szene der Indie-Autoren auf die Schippe. Angefangen mit den Rechtschreibfehlern und Stilblüten in Kruses Werken über die Eifersüchteleien unter Kollegen bis zu seinem (merkwürdig anmutenden) Erfolg bei den ihn anhimmelnden Frauen wird alles Mögliche durch den Kakao gezogen, was in einem modernen Schriftstellerleben so vorkommt. Eine amüsante Lektüre für Freunde des schwarzen Humors.


Roman Schrott,  Dilettanten müssen sterben! , ca. 87 Seiten, 0,99 Euro

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