Samstag, 12. Januar 2013

Nickel, ein Roman von Aric Davis





„Ich wollte das Raubtier sein, nicht die Beute“, sagt Nickel über sich. Ein ungewöhnlicher Privatdetektiv, der manchmal Kinderschänder jagt, manchmal Müttern hilft, die fürchten, dass ihr Sohn auf Abwege gerät („Er geht mit einem Mädchen, und ich kann sie nicht ausstehen“). Wie Robin Hood nimmt er’s (sein Honorar)  von den Reichen, und  den Armen bietet er seine Dienste kostenlos an. Wegelagerer ist er nicht, aber ganz gesetzestreu auch nicht – das lässt seine Lage nicht  zu ...
denn er ist  „nur ein Kind … klein und rothaarig und vielleicht nicht einmal so hässlich“. Und er will auf keinen Fall in die Fänge der Jugendfürsorge geraten und sorgt deshalb für sich selber.
Zum Inhalt
Nickel hat alle Hände voll zu tun –  Garten gießen, Rasen mähen, Ernte einbringen, das Haus in Ordnung halten –, als ihn der Hilferuf von Arrow erreicht, deren kleine Schwester verschwunden ist. Wie ein Profi geht er auf Spurensuche und entdeckt bald einiges, was der Polizei entgangen ist. Nebenbei übernimmt er noch einen kleinen bezahlten Auftrag von Veronica, die um ihren Sohn Jeff fürchtet. Geschickt nimmt er Kontakt  zu Jeff auf und findet raus, was das eigentlich für ein Typ ist – nämlich gar kein übler. Und er bekommt Probleme mit Gary, dem treuen Abnehmer all der Pflanzen, die Nickel im Garten anbaut, um sich finanziell über Wasser zu halten. Gary hat nämlich Angst aufzufliegen, als ihn der Direktor seiner Schule ins Kreuzverhör nimmt.
Unterdessen hat Arrow es ihm angetan, sie ist genau Nickels Typ, obwohl er sich keine Illusionen über eine gemeinsame Zukunft macht. Aber immerhin gehen sie mal ein Stück Hand in Hand, und Nickel schwört sich, „mir die Hand nie mehr zu waschen“. Dass es ihm gelingen wird, Arrows Schwester Shelby zu retten, glaubt er selbst kaum noch. Aber er sammelt geduldig Indiz um Indiz, bis ihn eine plötzliche Eingebung auf die richtige Spur führt – und dann geht es richtig ab, bis zum furiosen Ende.
Fazit
„Nickel“ ist ein tolles Buch. Klar, es ist für Jugendliche gedacht, aber man kann es in jedem Alter lesen, denn es ist einfach nur gut geschrieben. Und Nickels coole, knappe Sprache  hat die Übersetzerin Alice Jakubeit großartig ins Deutsche gebracht.
 Aric Davis hat in seinem ersten Roman einen Helden geschaffen, der dem Leser unvergesslich bleibt, Nickel ist cool, taff, eine echte Kämpfernatur, gerissen, stark und doch manchmal einsam und voller Sehnsucht. Das Leben dieses jungen Einzelkämpfers ist so packend und spannend erzählt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Ein paar schwierige Themen hat sich Aric Davis in diesem Buch vorgenommen – Gewalt gegen Kinder, sexueller Missbrauch, Versagen der Behörden – und er schreibt darüber aus der Sicht eines Rächers mit echter Wut im Bauch und echten seelischen Narben, und deshalb ist dieses Buch absolut glaubhaft. Von diesem Autor wollen wir mehr lesen!


Aric Davis, Nickel, übers. v. Alice Jakubeit, 248 Seiten, 3,99 Euro 
http://www.amazon.de/Nickel-Roman-ebook/dp/B008UX8MRC/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1362420662&sr=1-1

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